Due Diligence zum baulichen Zustand

Technische Inspektion vor dem Kauf in Portugal: Was sie zeigt und wie Sie die Ergebnisse nutzen

Rechtliche Unterlagen zeigen nicht den baulichen Zustand

Eine saubere Grundbuchlage sagt nichts über Feuchtigkeit, mangelhafte Entwässerung, schlechte Renovierungsarbeiten oder defekte technische Anlagen aus. Die technische Inspektion beantwortet eine andere Frage als die rechtliche Due Diligence: Welche sichtbaren Zustandsrisiken können Kosten, Nutzung oder Kaufentscheidung beeinflussen?

Beide Prüfungen sollten sich ergänzen.

Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt

Die Inspektion ist am nützlichsten, bevor der Käufer sich finanziell stark bindet. Je nach Transaktion kann dies vor dem CPCV, während einer vertraglichen Prüfungsfrist oder vor Schlusszahlung und Übergabe sein.

Ist der Vertrag bereits unterzeichnet, prüfen Sie die verbleibenden Rechte, bevor Sie davon ausgehen, dass der Käufer wegen eines Mangels verschieben oder zurücktreten kann.

Definieren Sie den Umfang

Eine visuelle Inspektion vor dem Kauf kann zugängliche Bereiche, Oberflächen, Anzeichen von Feuchtigkeit, Risse, Fenster, Türen, Sanitärinstallationen, Entwässerung, elektrische Warnsignale, Heiz- oder Kühlsysteme, Terrassen, Dächer, Stellplätze und Abstellräume umfassen.

Der genaue Umfang hängt von Art und Zugänglichkeit der Immobilie ab. Verdeckte Bauteile, invasive Untersuchungen, Spezialanlagen, rechtliche Konformität und Kostenschätzungen können weitere Fachleute erfordern.

Blicken Sie hinter die optische Präsentation

Frische Farbe kann Verfärbungen verdecken. Möbel können den Zugang verhindern. Eine Besichtigung bei trockenem Wetter zeigt möglicherweise keine Probleme mit Regenwasser.

Fragen Sie nach der Vorgeschichte von Undichtigkeiten, Reparaturen, Garantien und Versicherungsfällen. Vergleichen Sie die Erklärung des Verkäufers mit sichtbaren Anzeichen und Gebäudedokumenten.

Bei Wohnungen müssen die Gemeinschaftsflächen berücksichtigt werden

Die Inspektion einer Einheit sollte sichtbare Hinweise aus dem Gesamtgebäude einbeziehen, etwa Schäden an Dach oder Fassade, Wassereintritt in der Garage, Zustand des Aufzugs und mögliche Probleme mit gemeinschaftlichen Leitungen.

Protokolle und Budgets der Eigentümergemeinschaft können Mängel oder geplante Arbeiten erklären, die bei der Besichtigung nicht sichtbar sind.

Renovierte Immobilien erfordern zusätzliche Fragen

Ermitteln Sie kürzlich ausgeführte Arbeiten an Tragwerk, Elektrik, Sanitäranlagen oder Grundriss. Fordern Sie gegebenenfalls Rechnungen, Pläne, Genehmigungen und Garantien an.

Attraktive Oberflächen belegen nicht, dass die zugrunde liegenden Arbeiten genehmigt oder fachgerecht ausgeführt wurden. Für Umbauten kann eine rechtliche oder architektonische Prüfung erforderlich sein.

Neubau und Inspektion bei der Übergabe

Prüfen Sie anhand der vereinbarten Spezifikation und Pläne. Dokumentieren Sie unfertige Arbeiten, beschädigte Oberflächen, fehlende Ausstattung, Ausrichtungsfehler, Wasserprobleme und den Zustand der Gemeinschaftsflächen.

Verwenden Sie eine nummerierte Mängelliste mit Fotos und Fristen zur Beseitigung.

Der Bericht sollte eine Entscheidung ermöglichen

Ein hilfreicher Bericht bezeichnet Beobachtung, Ort, voraussichtliche Bedeutung, empfohlenen nächsten Schritt und erforderliche weitere Fachprüfung.

Er sollte dringende Bedenken von Wartungspunkten und optischen Mängeln unterscheiden. Der Käufer benötigt Prioritäten und keine lange ungeordnete Liste.

Verbinden Sie Feststellungen mit der Verhandlung

Je nach Vertrag und Zeitpunkt können Ergebnisse der Inspektion eine Reparaturpflicht, Preisanpassung, einen Einbehalt, weitere Untersuchung oder die Entscheidung gegen den Kauf rechtfertigen.

Gehen Sie nicht davon aus, dass der Käufer ohne rechtliche Grundlage Geld einbehalten darf. Überführen Sie den technischen Befund in einen vereinbarten vertraglichen Mechanismus.

Verstehen Sie die Grenzen

Keine visuelle Inspektion kann garantieren, dass ein Gebäude mangelfrei ist. Wetter, Zugang, bewohnte Räume und verdeckte Konstruktionen begrenzen die Sichtbarkeit.

Besteht der Verdacht auf statische Bewegung, erhebliche Feuchtigkeit, Dachschäden oder andere schwerwiegende Probleme, sollte vor Verlassen auf eine allgemeine Inspektion der passende Spezialist beauftragt werden.

Käufer aus der Ferne benötigen unabhängige Nachweise

Von der Verkäuferseite erstellte Videos können für das Marketing nützlich sein, sind aber keine unabhängige Inspektion. Käufer aus der Ferne sollten datierte Fotos und Feststellungen erhalten und unmittelbar Fragen stellen können.

Die technische Immobilieninspektion hilft, diese Nachweise zu schaffen. Ziel ist nicht, Perfektion zu beweisen. Ziel ist, den sichtbaren Zustand so gut zu verstehen, dass Preis, Vertrag und Abnahme bewusst entschieden werden können.

Berücksichtigen Sie Wetter und jahreszeitliche Grenzen

Eine Besichtigung im Sommer zeigt möglicherweise keine Kondensation im Winter oder eindringendes Regenwasser. Eine Inspektion bei trockenem Wetter kann Probleme an Dach, Terrasse oder Entwässerung nicht sicher ausschließen. Fragen Sie nach Wartungshistorie und Fotos aus verschiedenen Jahreszeiten und veranlassen Sie eine gezielte Nachprüfung, wenn Art oder sichtbare Anzeichen der Immobilie dies rechtfertigen.

Überführen Sie Feststellungen in ein realistisches Instandhaltungsbudget

Nicht jede Beobachtung sollte den Kauf stoppen. Wiederkehrende Reparaturen, veraltete Anlagen und aufgeschobene Gebäudeinstandhaltung sollten jedoch im Budget des Käufers für das erste Jahr und die mittlere Frist berücksichtigt werden. Ergänzen Sie die Inspektion bei kostenintensiven Punkten durch Angebote oder Fachberatung, statt jeden Mangel nur als optischen Verhandlungspunkt zu behandeln.